Opern-Weberei Frankfurt

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Musik, Theater und mehr ...

Die kleine Prinzessin
Oper in drei Akten von Bettina Weber
frei nach dem Roman von Frances Hodgson Burnett

Inhalt

1. Akt
Die Schülerinnen des Mädchenpensionates erwarten gespannt die Geburtstagsfeier ihrer Mitschülerin Sara, der Tochter eines reichen, englischen Offiziers, die aufgrund ihres Reichtums, vor allem aber auch ihrer Freundlichkeit und Großzügigkeit unter den Mädchen zahlreiche Bewunderinnen, aber auch einige Neiderinnen hat. Miss Minchin, die Pensionatsleiterin, führt das Geburtstagskind herein und läßt es sich nicht nehmen, eine höchst übertriebene Rede auf die Vorzüge und Tugenden Saras zu halten, die von den Mädchen teils befremdet, teils spöttisch aufgenommen wird.
Die Feier beginnt. Die phanasiebegabte Sara erzählt ihren Freundinnen eine spannende Geschichte, es wird getanzt und gespielt. In das ausgelassene Treiben platzt das Küchenmädchen Becky, das Miss Minchin ein Telegramm überbringt. Miss Minchin unterbricht das Fest und teilt den entsetzten Anwesenden den Inhalt des Telegrammes mit: Saras Vater ist in Indien gestorben und hat seine Tochter völlig mittellos zurückgelassen.
Miss Minchin, die Sara nur aufgrund ihres bisherigen Reichtums bevorzugt behandelt hat, zeigt nun ihr wahres Gesicht. Sie beschimpft und demütigt das verzweifelte Mädchen und degradiert es zur Dienstmagd.
Nur ihre beste Freundin Ermengarde und Becky versuchen, Sara beizustehen und sie zu trösten. Die anderen Mädchen ziehen sich betreten zurück, oder spotten offen über das Unglück ihrer Mitschülerin.

2. Akt
Der reiche Tom Carrisford wird von seinem indischen Diener Ram Dass über die Feuerleiter in die armselige Dachkammer geführt, in welcher Sara wohnt. Ram Dass hat vom Nebenhaus aus schon seit mehreren Wochen das Elend der kleinen Küchenmagd beobachtet. Die beiden Männer beschließen, dem Mädchen heimlich zu helfen. Carrisford, der sich gerade erst von den Folgen einer schweren Krankheit erholt hat, wird von den Erinnerungen an sein schlimmes Versagen gequält: durch ihn hat sein bester Freund (scheinbar) sein gesamtes Vermögen verloren und ist darüber gestorben. Seine Tochter aber, um die Carrisford sich kümmern wollte, ist spurlos verschwunden. Carrisford hofft, wenigstens einen Teil seiner Schuld sühnen zu können, indem er dem unbekannten kleinen Küchenmädchen hilft.
Man hört von draußen Miss Minchins Stimme, die Sara scharf zurechtweist und in ihre Kammer schickt. Carrisford und Ram Dass fliehen.
Sara betritt müde ihre Dachkammer. Miss Minchin lässt sie von früh bis spät schwer arbeiten und hat sie von ihren Freundinnen getrennt. Doch trotz aller Demütigungen und Grausamkeiten, unter denen sie zu leiden hat, bemüht sie sich, nicht den Mut zu verlieren und sich durch ihre Träume und Phantasien ihren grauen Alltag erträglicher zu gestalten.
Ermengarde schleicht sich in die Dachkammer. Sie ist durch die Veränderung, die mit Sara vorgegangen ist, verunsichert und verwirrt. Sara erkennt, dass Ermengardes Freundschaftsgefühle ehrlich sind.
Auch Becky kommt. Sie erzählt Ermengarde ihre Lebensgeschichte. Ermengarde ist über das Schicksal des Küchenmädchens erschüttert.
Um ihre Freundinnen aufzuheitern, erfindet Sara ein neues Spiel: mit den spärlichen Mitteln, die sich in der Dachkammer finden, richtet sie ein prächtiges Fest aus. Ermengarde und Becky lassen sich schnell von der phantasievollen Atmosphäre anstecken.
Jessie und Lavinia, zwei boshafte Mitschülerinnen, haben Ermengardes Fortgehen bemerkt und Miss Minchin benachrichtigt. Diese taucht nun unverhofft in der Dachkammer auf und macht dem kleinen Fest brutal ein Ende. Sara bricht verzweifelt zusammen.
Als sie schließlich eingeschlafen ist, kehren Carrisford und Ram Dass zurück, richten ihre Kammer neu her und verschwinden unbemerkt wieder. Die erwachende Sara traut ihren Augen kaum.

Zwischenakt
Carrisford ist verzweifelt: wieder ist ein Versuch, die Tochter seines Freundes zu finden, fehlgeschlagen.
Ram Dass kommt aufgeregt herbeigelaufen. Er berichtet, das gesuchte Kind gefunden zu haben. Es sei das Mädchen aus dem Nachbarhaus, dem er und Carrisford nun schon seit mehreren Wochen heimlich geholfen haben. Erregt folgt Carrisford seinem Diener.

3. Akt
Die Schülerinnen unterhalten sich über Sara, deren Schicksal alle noch immer beschäftigt.
Miss Minchin und Sara, die das Klassenzimmer säubern soll, kommen herein. Miss Minchin versucht wieder, das Mädchen zu erniedrigen, kann aber gegen deren ruhiges, höfliches Benehmen nichts ausrichten. Gereizt beginnt sie mit dem Französischunterricht. Ermengarde versagt völlig, doch Sara gelingt es, ihr heimlich die richtigen Antworten zuzuflüstern.
Becky meldet die Ankunft von Carrisford und Ram Dass. Carrisford stellt Sara mehrere Fragen zu ihrer Vergangenheit und stellt fest, dass sie tatsächlich die vermißte Tochter seines Freundes ist. Behutsam klärt er das Mädchen über die Zusammenhänge auf. Mit einer gewissen Schadenfreude informiert er Miss Minchin, daß er das Vermögen von Saras Vater hat retten können und das Mädchen nun zu sich nehmen und für es sorgen würde.
Miss Minchin versucht, Sara zu überreden, im Pensionat zu bleiben. Doch Sara hat sich entschieden, Carrisford zu folgen. Gemeinsam mit Becky, die Carrisford ebenfalls aufnimmt, blickt sie einer glücklichen Zukunft in einem neuen Zuhause entgegen.

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Besetzung

Sara CreweSopran, große Partie, Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll
Ermengarde St. John*Sopran, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad mittel
Jessie Albers*Sopran, kleine Partie, Schwierigkeitsgrad leicht
Lavinia Herbert*Mezzosopran, kleine Partie, Schwierigkeitsgrad leicht
Becky*Mezzosopran, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad mittel
Miss Minchin*Mezzosopran, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad mittel
Tom Carrisford*Bariton, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad leicht
Ram Dass*Alt, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad mittel

Schülerinnen des Mädchenpensionatszweistimmiger Jugendchor, mittlere Partie, Schwierigkeitsgrad mittel

Orchesterbesetzung

Flöte
Oboe
Violine 1/2
Viola
Violoncello

Der Vokalpart richtet sich vom Schwierigkeitsgrad her an Gesangsschüler oder vorgebildete Laien, der Instrumentalpart an professionelle Musiker oder fortgeschrittene Laien.
Die mit * gekennzeichneten Rollen setzen die Fähigkeit voraus, in einem Ensemble eine zweite oder dritte Stimme durchzuhalten.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden

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Aufführungen

02.03.2001, Stadthalle Gelnhausen (Uraufführung)Opernschule Gelnhausen
03.03.2001, Theater am Schwanhof, MarburgOpernschule Gelnhausen
04.03.2001, Gasthaus Weißes Ross, SteinauOpernschule Gelnhausen
08.03.2001, Bürgerhaus KöppernOpernschule Gelnhausen
10.03.2001, Goethe-Gymnasium Frankfurt Benefizvorstellung zugunsten "Hilfe für krebskranke Kinder e.VOpernschule Gelnhausen

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Erläuterungen zum Stück

Meine Oper "Die kleine Prinzessin", die auf dem Roman von Frances Hodgson Burnett basiert, gliedert sich in 14 musikalische Nummern, verteilt auf 3 Akte und einen Zwischenakt, die durch Dialoge verbunden sind.
Die Musik ist durchweg tonal, harmonisch und rhythmisch an der klassischen, bzw. romantischen Oper orientiert. Hierbei reicht das Spektrum vom operettenhaften Lied (z.B. Saras Erzählung im 1. Akt) über Melodram-Passagen (z.B. Saras Arie im 2. Akt, sowie Carrisfords Lied im Zwischenakt) bis hin zu größer angelegten Ensembles (z.B. das improvisierte Fest der drei Mädchen im 2. Akt, sowie das "Erkennungs"-Quartett im 3. Akt). Einen weiteren großen Stellenwert nehmen die Ensembles mit Chor und Solisten ein (z.B. das Geburtstagslied und der Spottchor im 1.Akt, sowie die Französischstunde im 3. Akt), bei denen dem Chor eine durchaus tragende, in die Handlung eingreifende Rolle zukommt.
Weiterhin enthält das Stück eine Ouvertüre, die bereits Themen der Oper verarbeitet, sowie eine Ballettmusik während der Geburtstagsfeier im 1. Akt und eine musikalisch begleitete Pantomime im 2. Akt.

Anders als in "Cinderella, wo die musikalischen Nummern größtenteils eher einen reflektierenden Charakter hatten, haben die meisten Nummern in der "Kleinen Prinzessin" eine größere Eigenständigkeit. Das Orchester untermalt und erklärt das Geschehen auf der Bühne.
Der Streit der Mädchen im ersten Ensemble z.B. endet unvermittelt auf der Dominante, als Ermengarde Miss Minchin kommen sieht.
Das Ensemble, in dem die Todesnachricht von Saras Vater +berbracht wird, endet mit den betroffen gemurmelten Worten im Chor "Was wird nun gescheh'n?" gar auf der Doppeldominante, um die völlige Ungelöstheit dieser Frage zu unterstreichen.

Sehr bewußt habe ich ab dem 2. Akt das Motiv von Saras Arie als musikalischen "roten Faden" verwendet, der immer dann auftaucht, wenn sich Saras Schicksal zum Positiven wandelt. (Instrumental in der Pantomime, wenn Ram Dass die Dachkammer neu einrichtet, vokal, als Duett mit Becky, wenn die Zukunft der beiden Mädchen gesichert ist).
Ebenso bewußt habe ich zwei Opernzitate, nahezu notengetreu, eingebaut: das Menuett aus "Don Giovanni" erklingt, wenn die drei Mädchen in Saras Dachkammer ihr Fest feiern und sich dabei vorstellen, sie befänden sich in einem prächtigen Bankettsaal.
Miss Minchin hingegen brüstet sich, zu Beginn der Französischstunde, mit den Worten des Van Bett aus Albert Lortzings "Zar und Zimmermann": "Oh ich bin klug und weise und mich betrügt man nicht!"...

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Videobeispiele

1. Akt, Nr 5 Ensemble, Mitschnitt vom 10.03.2001,
Goethe-Gymnasium Frankfurt
© A. Brünner

2. Akt, Ausschnitt aus Nr. 8 Szene, Mitschnitt vom 10.03.2001,
Goethe-Gymnasium Frankfurt
© A. Brünner

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Impressionen von den Aufführungen


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